Grösste Gefahr

geschrieben von undeutsch | 6 Dez, 2009

"Wenn im 17. Jahrhundert über die Hexen abgestimmt worden wäre, hätte es geheissen: Wir müssen sie verbrennen. Und bis ins 20. Jahrhundert galten die Juden als grösste Gefahr für die Schweiz. Hätte es 1930 eine Abstimmung gegeben, wären auch Massnahmen gegen die Juden beschlossen worden."

Mario Erdheim in der "Sonntagszeitung" im Interview über die Anti-Minarett-Initiative

Entsorgte Väter

geschrieben von undeutsch | 24 Nov, 2009

Für den Film wirbt ein Flyer - mit folgendem Bild: Ein Fussgängerzonen-Schild, darauf eine stilisierte Frau und ein Kind. Darunter ein zweites Schild: "Privatbesitz".

Darum geht es in dem Film: Dass Mütter - und Behörden! - Kinder als Privatbesitz der Mütter betrachten - und die Väter als im Zweifel entbehrliche "Erzeuger".

"Der entsorgte Vater" heisst der Film von Douglas Wolfsperger; ein doppeldeutiger Titel: Er portraitiert Väter, die "entsorgt" worden sind: ihres Sorgerechts beraubt, zwangsweise aus dem Leben ihrer Kinder entfernt.

Leider keine Einzelfälle. Weil auch Behörden meinen - vermeintlich dem "Kindswohl" verpflichtet - eine von ihnen phantasierte "Ruhe", vermeintlich "klare Verhältnisse" könnten wichtiger sein für ein Kind, als der lebendige Kontakt zu seinem Vater.

Als ob "Verhältnisse" geklärt werden könnten, indem man den Vater entsorgt, als ob ein Kind zur Ruhe finden könnte mit dieser klaffenden Wunde einer erzwungenen Vaterlosigkeit.

Wenn sich Eltern nicht auch nach einer Trennung darauf besinnen können, Eltern zu bleiben - dann muss man sie dazu zwingen. Das fordert das "Kindeswohl". Eine Lösung gegen eineN der beiden ist keine Lösung. Das muss beiden klar (gemacht) werden.

Und wer den Umgang mit dem anderen Elternteil torpediert oder gar unmöglich macht - der sollte um sein "Sorgerecht" bangen müssen. Nicht der, der diesen Kontakt sucht.

Schwanz einziehen

geschrieben von undeutsch | 22 Sep, 2009

Als "absolut inakzeptabel" bezeichnet laut 20min von heute Hans Bühler, Mitglied von Natur und Sport Zürich, dass ein 26-jähriger Mann nackt an der Thur gejoggt ist. Absolut inakzeptabel ist für mich, dass "offizielle Naturisten" immer gleich den Schwanz einziehen, wenn wieder einmal jemand "öffentliches Ärgerniss" erregt hat. Ein Ärgerniss für mich ist, dass Menschen immer noch für Aufruhr sorgen, wenn sie sich so zeigen, wie sie sind - wie alle Menschen im Grunde sind: einfach nur nackt.

Erfahrung von Sinn

geschrieben von undeutsch | 22 Sep, 2009

Noch ein Zitat aus der "Männerzeitung", das nachdenklich macht:

"Als Mitarbeiter der Kirche war ich immer gefordert, Antworten auf den Zeitgeist zu finden. Früher hiess dies, die Armen mit Essen zu versorgen. Heute bedeutet es, Jugendlichen die Erfahrung von Sinn zu vermitteln."

Eltern

geschrieben von undeutsch | 22 Sep, 2009

Eine Trouvaille aus der "Männerzeitung" (www.maennerzeitung.ch):

"Unsere Kinder erleben Mutter und Vater weniger als getrennte Personen, sondern mehr in Stimmungen, die zwischen ihnen herrschen. Sie erfassen deren Beziehung."

Wenn das stimmt - welche Konsequenzen hätte es für Eltern, gerade auch, wenn sie nach einer Trennung getrennt erziehen! Denn wenn sich ein Paar als Paar auch trennt - Eltern bleiben beide, immer; egal, wie sie sich verhalten. Als Eltern haben sie eine Beziehung, so lange sie Kinder haben.

Enthaarungswut

geschrieben von undeutsch | 17 Aug, 2009

Gunhild Kübler in der "NZZ am Sonntag": "Als Gründe für die derzeitige Enthaarungswut geben Mediziner und Soziologen an, dass durch die Nacktheit in den Medien, durch Pornofilme und durch knappe Badebekleidung der Intimbereich zu einem Thema für die Mode geworden sei. Womöglich breche sich auch bei jungen Frauen heute ein 'Hang zur Infatilisierung' Bahn - enthaarte Schamlippen sehen kindlich aus. Mit Sicherheit ist jedoch das Bedürfnis, den eigenen Körper zu stylen, heute so weit verbreitet wie nie zuvor. Und der Machbarkeitswahn sucht sich immer neue Gebiete. Der Trend geht hin zu makelloser Perfektion. Zum Kunstprodukt. Was am Mesnchen an seine Verwandtschaft mit dem Tier erinnern könnte, soll weg."

Und wo bleibt dabei - so meine bange Frage - Platz für tierisch guten Sex?

Männer

geschrieben von undeutsch | 5 Mai, 2009

Die aktuelle Männerzeitung (www.maennerzeitung.ch); Interview mit einem "Lebenskünstler" (Sam Krieg); dieses Zitat:

"Ich liebe die Unkompliziertheit von Männern; während Frauen Probleme wälzen, die sie noch gar nicht haben, überlegen wir uns entweder überhaupt nichts oder reagieren erst, wenn alles schon zu spät ist, und dann am liebsten falsch."

Geiles Knastleben oder mühsame Beziehungsarbeit?

geschrieben von undeutsch | 3 Apr, 2009

Vergeltung, hart rannehmen - oder doch am Grundgedanken des Jugendstrafrechts festhalten? Das Magazin (Nr. 13) hat dieser Frage einen magazintypisch differenzierten Beitrag gewidmet.

"Einsperren, das ist der Trend. Hart drannehmen. Allerdings ist das die Optik der Erwachsenen. Aus der Sicht mancher jungen Straftäter ist das Gefängnis nämlich gar nicht so übel: Sie können rund um die Uhr fernsehen, müssen nicht aufstehen, bekommen einwandfreies Essen und sind umgeben von freundlichen Aufsehern. Der Täter im Fall Lucie hat das explizit als Motiv angegeben: Er habe zurück in den Knast gewollt. Die Fachleute sind sich einig, dass Gefängnisdrohungen nichts bringen."

Findet auch Jugendanwaltschaftssprecher Hans Mellinger (Aargau): "Wer Probleme hat, macht Probleme. Eine Straftat ist nicht nur ein Unglück für das Opfer, meistens ist sie auch ein Unglück für den Täter. Fast immer begehen Jugendliche ein Delikt in einer beschissenen Krisensituation."

Und da hilft nur eines, meint sein Zürcher Kollege Hansueli Gürbler: "Meine Erfahrung nach 23 Jahren ist: Wenn ich ganz aus der Nähe mit einem Jugendlichen arbeite, ihn kenne und verstehe, geht die Gewalt zurück. Das Aggressionspotenzial sinkt."

Was nicht nur den Tätern hilft - sondern auch potenziellen Opfern!

Idealistisch-realistische Bitterfotze

geschrieben von undeutsch | 3 Apr, 2009

Die erste Hälfte des Buches ist harte Kost, vor allem für männliche Leser: Da kotzt uns Maria Sveland all ihren Frust, ihre Wut vor die Füsse, ihre Unzufriedenheit mit Lebensbedingungen, die es Männern so leicht macht, es sich einfach zu machen und all die Bürde, die Last, das schlechte Gewissen vor allem den Frauen aufhalst, einverleibt - ein einziger Aufschrei gegen etwas, das Maria Sveland als Missbrauch erlebt, ungerecht und brutal. Doch dann - einmal so erleichtert - wendet sich der Stil, wird differenzierter und die "Bitterfotze" entpuppt sich als letztlich doch romantische Idealistin.

Zwei Zitate aus diesem Teil des Buches, die mich - weshalb auch immer - besonders angesprochen haben:

"Ich bin einverstanden mit 'Dankbarkeit' in dem Sinne, dass man in aller Ruhe innehalten kann und sehen, was man hat. Dass der Reichtum in Reichweite ist. Immer wenn man geglaubt hat, das Gras auf der anderen Seite sei grüner, musste man feststellen, dass dem nicht so war. Es erfordert auch eine gewisse Begabung, zu erkennen, was man hat." (Seite 123)

Und aus einem Gespräch mit einer alten Frau:

"'Ich bereue bestimmte Entscheidungen, aber ich bin nicht verbittert. Wenn ich sauer wäre wegen allem, was ich hätte tun sollen, und allem, was ich nicht getan habe, dann könnte ich nicht weiterleben. Ich versuche zu akzeptieren, dass es ist, wie es ist, und nachzuholen, was möglich ist, und Dinge zu machen, die ich früher nicht geschafft habe.' - 'Aber genau davor habe ich Angst', sage ich, 'ich möchte nicht gemein sein, aber ich will wirklich nicht in dreissig Jahren auf Teneriffa sitzen und meine Entscheidungen bereuen! Ich möchte die richtigen treffen!' - Mary schaut mich ernst an. - 'Ja, vielleicht schaffst du es ja, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber wenn es nicht gelingt, und vielen gelingt es nicht, sich immer richtig zu entscheiden, dann ist es sicher keine gute Idee, in dreissig Jahren hier zu sitzen und verbittert zu sein! Du musst lernen, damit zu leben, dass du dich vielleicht manchmal nicht richtig entscheidest.'" (Seite 250)

(Aus: Bitter Fotze, Kiepenheuer & Witsch, 2009)

 

Ideologie

geschrieben von undeutsch | 13 Feb, 2009

Weshalb gibt es so viele Menschen, die ideologische Grundhaltungen höher gewichten als Fakten und das Urteil von Fachleuten und Betroffenen? Zwei Beispiele aus dem Tagi von heute:

Die SVP fordert, in schweren Fällen Jugendliche ab 16 Jahren nach dem Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen. Kommentar eines Jugendrichters (der in seiner Praxis täglich mit straffälligen Jugendlichen zu tun hat): "Das löst die Probleme mit den Jungen nicht und ist völlig verfehlt." Kommentar eines Jugendpsychiaters (der täglich in seiner Praxis mit auffälligen Jugendlichen zu tun hat): "Strafen haben wenig abschreckende Wirkung." Denn: Jugendliche verübten Tötungsdelikte meist im Affekt; oft sei auch eine Gruppendynamik im Spiel (gegen die Jugendliche in diesem Alter nahezu machtlos sind).

Hans-Ulrich Solenthaler, Kandidat für das Amt des Armeechefs, sagt im Interview: "Ich glaube nicht, dass man Suizide verhindern kann, indem die Waffen im Zeughaus gelagert werden." Nicht glauben, wissen könnte man es (besser), auch wenn man sich "dem Gedankengut der SVP sehr nahe fühlt" (Solenthaler im gleichen Interview). Strafrechtsprofessor Killias kann ganze Abende darüber referieren, dass und wie Gelegenheiten Straftaten begünstigen. "Gelegenheit macht Diebe", weiss schon der Volksmund. Sie begünstigt auch Selbsttötungen. Und Gewaltverbrechen. Erwiesenermassen.

Da kann Solenthaler glauben, was er will.

Bescheiden

geschrieben von undeutsch | 23 Jul, 2008

Was für ein Gegensatz: Vor ein paar Tagen hat ein Freund mir die Rede J.K. Rowlings vor Harvard-AbsolventInnen zukommen lassen, in der sie "the fringe benefits of failure" herausstreicht - heute lese ich in einem "News"-Interview mit Ex-Generalstabschef Heinz Häsler: Eine Führungskraft "muss etwas sein, und er muss etwas können. Er muss charakterlich so stark sein, dass er jederzeit mit gutem Gewissen seinen Untergebenen in die Augen schauen kann."

Inhaltlich ist sicherlich nichts gegen Häslers Worte einzuwenden; es ist der Ton der Worte, der sie zu einem Zeugnis kaltherziger Selbstgerechtigkeit werden lässt. - Schon nur das Wort "Untergebener" lässt mich schaudern. Und mein Gewissen wäre dann vor allem rein, wenn ich mir einzugestehen traute, was an Abgründigem auch in mir ist, was mich dem Geringsten meiner Mitmenschen gemein sein lässt.

Doch nun zu Rowling: Ihre Kurz-Ehe war implodiert, sie war arbeitslos, eine allein erziehende Mutter, so arm wie möglich in England, ohne wohnsitzlos zu sein - "I was the biggest failure I knew". Und dennoch will sie diese Zeit nicht missen, dieses Erlebnis, auf der ganzen Linie versagt zu haben: "...failure meant a stripping away of the inessential. I stopped pretending to myself that I was anything other than what I was".

Das erst habe ihr erlaubt, sich ganz auf sich selbst, auf ihr Herzensanliegen zu konzentrieren, "the only work that mattered to me ..., the one area I believed I truely belonged. I was set free, because my greatest fear had already been realised" - da spricht so etwas wie Demut heraus, aber keine weinerliche; das Gegenteil von Selbstgerechtigkeit.

Eine Demut, die wahre Grösse erst ermöglicht, menschlich gedeckt, die moderne Märchen möglich macht: "I still had a daughter whom I adored, and I had an old typewriter and a big idea."

Sie scheint bescheiden geblieben zu sein, auch heute, als eine der reichsten Frauen der Welt.

Menschlichkeit

geschrieben von undeutsch | 22 Jul, 2008

Ich rege mich zunehmend über die "Affaire Nef" auf. Nicht über Schmid und Nef, sondern

  • über die scheinheiligen Parteiexponenten, die wieder einmal nichts besseres zu tun haben, als die Schnurre aufzureissen und zu versuchen, aus einer mitmenschlichen Tragödie billig politisches Kapital zu schlagen,
  • die befragten "Headhunter", die Anforderungen an Führungskräfte formulieren, die nur erfüllen kann, wer systematisch lügt, sich selbst und andere belügt, den eigenen Schatten konsequent verleugnet
  • und darüber, dass einmal mehr Vertrauen und Menschlichkeit als "Führungsschwäche" gebranntmarkt werden.

Ich wünsche mir FührerInnen, die ganze Menschen sind, Fehler machen und Fehler haben, Licht- und Schattenseiten - und auch dazu stehen. Keine gefühllosen, von weiten Teilen ihrer selbst abgespaltenen Roboter.

Auch, ja gerade als Bundesräte und Armeeführer.

Scars

geschrieben von undeutsch | 21 Jul, 2008

Die Männerzeitung (www.maennerzeitung.ch) hat mich auf ein wundervolles Buch aufmerksam gemacht, ein Stück Nacktkultur, wie man es nur selten zu Gesicht bekommt: "Scars". Es zeigt ganzformatige Fotos nackter Männer über vierzig. Im Vorwort schreibt Philip Culbertson:

"...Mein Körper hat ... damit begonnen, seine eigene Geschichte zu erzählen, meine Geschichte und zwar ohne Selbstidealisierung, die ich ehedem konstruiert habe, um den Standards und Erwartungen von anderen im Hinblick darauf, wie ein männlicher Körper auszusehen habe, zu entsprechen. ... Ein externer Leser mag diese Narben hässlich finden, aber wenn ich sie ihre eigene Geschichte erzählen lasse, glaube ich, dass sie meine Geschichte erzählen, und zwar die von Freud und Leid. ... Nur dann bin ich frei und zufrieden ich selbst, wenn ich mich in der Öffentlichkeit nicht für meinen Körper oder meine Narration schäme. Mit dem Alter lerne ich, meine eigene Geschichte und meinen eigenen Wert zu schätzen."

Bucher Verlag, www.quintessence.at

 

Evolution reloaded

geschrieben von undeutsch | 14 Jul, 2008

Eine Zeitschrift (www.wege.at), zwei Zitate:

Seite 24, Willigis Jäger: "...denn die Grundstruktur der Evolution ist Kooperation, ist Gemeinschaft. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft stimmt das, was Darwin mit 'survival of the fittest' meinte, gar nicht mehr. Auch das 'selfish gene', dieses egoistische Gen, das Richard Dawkin 1976 gefunden haben will, gibt es nicht. Die letzten Erkenntnisse der Physik sagen uns, dass am Beginn der Evolution eine phänomenale Kooperation stand. Die Evolution setzt Kooperation voraus. Mit anderen Worten: Das Biotop hat überlebt. Die Liebe zu allem und jedem ist die Grundstruktur der Evolution."

Seite 32, Thomas Metzinger: "Allerdings ist die Evolution nichts, was man glorifizieren könnte: ein zufallsgetriebener, zielloser Prozess, der Millionen unserer Vorfahren geopfert und unendlich viel bewusstes Leid in die Welt gebracht hat und der keine Gnade kennt."

Nun glaube, wer wolle, was er wolle...

Körper

geschrieben von undeutsch | 17 Jun, 2008

Geiler Satz aus der aktuellen "Männerzeitung" (www.maennerzeitung.ch):

"Ich beginne zu entdecken, dass ich nicht einen Körper habe, über den ich verfügen kann, sondern Körper bin." (Xaver Pfister)

Kindswohl

geschrieben von undeutsch | 27 Mär, 2008

Als Rubens Mutter verhaftet wurde, spuckte der Vater noch grosse Töne: Er wolle der Mutter nicht - wie zuvor sie ihm - das Kind wegnehmen. Nun hat er durchgesetzt, dass Lucille Hunkeler ihren Sohn nur eine Stunde alle zwei Wochen sehen darf. Die zuständigen Behörden in Italien setzten noch eins drauf: Die Begegnungen fanden in einem Art Verhörraum statt - und sprechen durften Mutter und Kind nur italienisch miteinander.

Der Vater, die Mutter, die Behörden. Sie alle wollen etwas, für sich, gegen den anderen - nur wer fragt das Kind? Was will Ruben? Er will sicher beide, Mama und Papa. Sicher nicht in so einem sterilen Raum. Und sicher in seiner Muttersprache. Italienisch lernt er gerade erst, seit fünf Monaten, seit staatliche Behörden ihn seiner Mutter entrissen haben und vor ihr abschirmen.

Behörden sind dem Kindswohl verpflichtet, heisst es. Offensichtlich nicht alle.

Prävention

geschrieben von undeutsch | 12 Feb, 2008

Wie pervers ist die Gesellschaft, in der wir leben? Da fordert ein Ratgeber der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Eltern von Kleinstkindern auf, Kinder beim Wickeln zu streicheln, zu kitzeln, zu liebkosen und zu küssen. Und auch Scheide und Klitoris dabei nicht geflissentlich zu übersehen. - Und wir handeln das öffentlich unter dem Schlagwort "Erotik mit Kindern" ab, schelten es eine Anleitung zu sexuellen Handlungen mit Kindern; ein Strafrechtsprofessor meint gar, wer diesem Rat folge, riskiere "unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen".

Also gut, drehen wir das Rad zurück, sagen wir wieder "Pfui Teufel" zu den "Schamregionen", züchten wir eine weitere Generation verklemmter Neurotiker mit einem gespaltenen Verhältnis zum Körper - und sorgen wir so dafür, dass sich die Spirale echter sexueller Übergriffe munter weiter dreht.

Die Broschüre will Kinder unterstützen, ihren Körper als lustvoll, als gut, als rundum OK zu erfahren - überall, ohne Tabus und "entwertete Zonen" -, Stolz auch auf ihre Geschlechtlichkeit zu entwickeln. Sie ist reinste Prävention.

"Getrennt erziehend"

geschrieben von undeutsch | 29 Okt, 2007

Der Fall Ruben/Hunkeler zeigt einmal mehr: Es ist grausam, Eltern ihre Kinder, Kindern ihre Eltern zu entreissen - nur weil die Eltern sich trennen wollen oder müssen. Ob die Kinder beim Vater leben oder bei der Mutter ist zweitrangig - so lange sie den anderen Elternteil regelmässig sehen, erleben können. Am besten wäre es, wenn sie sowohl beim Vater wie bei der Mutter leben könnten. In sehr viel mehr Fällen wäre das möglich. Denn getrennte Eltern werden nicht "allein erziehend", sie werden "getrennt erziehend" - gemeinsam oder parallell, je nach dem Grad ihrer Kooperationsfähigkeit.

"Getrennt erziehend" mit "gemeinsamem Sorgerecht", besser vielleicht: "geteiltem Sorgerecht" - das sollte, müsste der Normalfall sein. Dann wären Fälle wie der von Ruben, seiner Mutter und seinem Vater nicht mehr so schrecklich häufig.

Wem nützt Gleichstellung?

geschrieben von undeutsch | 10 Okt, 2007

"Was kommt nach dem Feminismus?" fragt Wolfgang Stadler in "info3". Dabei zitiert er Katharina Rutschky ("Emma und ihre Schwestern") - die sich gegen die "Gleichstellungsutopie" wendet; aus feministischer Sicht:

"Mit wem oder was sollen die gerade erst gleichberechtigten weiblichen Menschen eigentlich gleichgestellt werden? Möglichst haarklein und in Form von Statistiken kontrollierbar mit den männlichen Menschen! Diese schlechte Utopie wird uns gern mit dem Verweis schmackhaft gemacht, dass wir dann an der Macht in den Chefetagen teilnehmen dürften. Doch wer hat davon schon was ausser einer Handvoll Frauen? Also bleibt unterm Strich nur die niederschmetternde Erkenntnis: Von weiblichen Menschen wird nichts Neues erwartet - und schon gar nichts anderes als von männlichen Menschen, die wir uns überall zum Vorbild nehmen sollen... Die Überzeugung, dass Frauen defizitär, ja eigentlich nicht existent zu sein hätten, es weibliche Menschen gar nicht zu geben bräuchte: Das ist der Kern der Gleichstellungsutopie."

Jugend gefährdend

geschrieben von undeutsch | 9 Sep, 2007

Eine Metall-Skulptur sorgt für rote Köpfe: "Pornografisch" sagen die einen, "Jugend gefährdend" nennen sie die anderen. Sie zeigt eine nackte Frau, die von einem nackten Mann umarmt wird.

Was bei uns keinen mehr stören würde, ist in Kemer/Türkei noch ein Skandal.

Auch dort fahren Panzer auf den Strassen herum; auch dort gibt es zur besten Sendezeit im Fernsehen täglich Mord und Todschlag zu sehen, Kriege in den Nachrichten.

Zwei nackte Menschen, die sich umarmen, gefährden Kinder. Waffenstarrende Soldaten nicht?

Öffentliches Ärgernis

geschrieben von undeutsch | 10 Aug, 2007

Der Mensch, so wie er ist, "wie Gott ihn schuf" - ist ein "öffentliches Ärgernis".

Eigentlich muss ich gar nichts dazu sagen.

Der Irrsinn ist offensichtlich.

Spiesserfront

geschrieben von undeutsch | 22 Jun, 2007

Wie die Sturmspitze der deutschen Einfaltspinsel- und Spiesserfront gegen unabhängige(re) Menschen hetzt, zeigte sich jüngst in einem Beitrag über Tamera. Bild "berichtete":

"Die Polizei kam mit Durchsuchungsbefehl und verschaffte sich Zutritt zum Anwesen der Tamera-Sekte in Monte Docero/Colos in Portugal. Hunderte deutsche Aussteiger leben dort, bekennen sich zu freier Liebe und Sex, leben als strenge Vegetarier. Der Verdacht der Polizei: Mitglieder der Kommune könnten in die Entführung der kleinen Madeleine McCann (4) verwickelt sein! Die Razzia, erfuhr BILD aus Polizeikreisen, fand bereits am 7. Mai statt, vier Tage, nachdem Unbekannte die kleine Madeleine aus dem Ferienclub in Praia da Luz entführt hatten. 'Besonders gründlich wurden die Tamera-Räumlichkeiten eines Ehepaares gefilzt', sagte ein Mitglied der Sekte." - Dieter Duhm wurde in einer Bildunterschrift als "Gründer der mysteriösen Tamera-Sekte" bezeichnet.

Die Sekten-Keule, immer noch. Dass denen auch gar nichts Neues einfällt...

Wer sich selbst ein Bild machen will: www.tamera.org.

Von Sekte keine Spur.

 (weiter)

Impotent

geschrieben von undeutsch | 21 Jun, 2007

Manchmal setzt sich eben doch die Vernunft durch - selbst gegen männerbündelnde Macho-Allüren: Der Ständerat fordert, Armee-Munition zukünftig im Zeughaus zu lagern; die stets wehrhaften Schweizer dürften dann zwar noch ihre Gewehre mit nach Hause nehmen - könnten damit aber weder Kinder, noch Frauen noch sich selbst so leicht erschiessen wie bisher.

(Regieanweisung: innerlich langsam umkehren; kurze Pause)

So bleibt das Gewehr zwar ein langes, schlankes Ding - aber es schiesst nicht mehr; und lässt sich auch nicht mehr beliebig oft nachladen. Für ihre Potenzgefühle müssten sich sie Schweizer Männer wieder auf etwas anderes besinnen; - was freilich oft die gleichen Probleme macht.

(Regieanweisung: lange Pause)

Männer, wo seid ihr?

Konstantin Wecker: aufdringlich glücklich

geschrieben von undeutsch | 15 Jun, 2007

Kein Weckerbuch ohne Gesellschaftskritik - intelligente Gesellschaftskritik:

"Wir leben in einer Gesellschaft, deren heiligstes Ziel die Ablenkung zu sein scheint. Alle Angebote für die Freizeit spiegeln den kostspieligen Versuch wider, jede freie Sekunde zu verhindern, in der wir in der Stille uns selbst begegnen könnten. Überflutet von vorgekauten Bildern, haben wir kaum noch eine Chance, eigene Vorstellungen von Trauer und Freude zu entwickeln. Man führt uns vor, wie man weint, wann man lacht, warum man sich freut. Und schon längst haben wir vergessen, dass all diese aufdringlich glücklichen Menschen auf den Werbeplakaten nur unsere Verzweiflung zu überspielen versuchen. Unsere Verzweiflung über die Unmöglichkeit, sich Glück kaufen zu können."

(Aus: "Die Kunst des Scheiterns. Tausend unmögliche Wege, das Glück zu finden.")

Treue

geschrieben von undeutsch | 5 Jun, 2007

Auf einen hoch interessanten Treue-Begriff bin ich in der neuen Männerzeitung gestossen ("Männer lieben"):

"Wenn jemandem treu sein - dann mir selber, mir und all meinen unliebsamen Seiten. Mich dir mit all meinen unliebsamen Seiten zuzumuten, heisst für mich, dir treu sein", sagt dort Peter Oertle im Gespräch mit seiner Frau Andrea Fröhlich.

Das sollte man gedanklich gründlich durchkauen. Und dann - zumindest ansatzweise - leben.

Konstantin Wecker: Unmenschen

geschrieben von undeutsch | 27 Mai, 2007

So gut das neue Buch des Konstantin Alexander Wecker ist - an einer Stelle irrt er. Nicht, weil er sich da über Perfektionismus in der Erziehung aufregt ("Wer bei der Erziehung seiner Kinder nicht immer wieder scheitert, hat etwas falsch gemacht"); da hat er Recht - das Beispiel scheint mir falsch gewählt; zumindest im Detail.

"Perfekte Erziehung gab es auf den Ordensburgen der Adolf-Hitler-Schulen. Dort war das Scheitern wie alles Lebendige verboten. Dort wurden unschuldige Menschen zu staatstreuen Maschinen verformt. Zu Unmenschen."

Ziel war das, ja - aber oft nicht erfolgreich. Zum Glück sind auch die Adolf-Hitler-Schulen gescheitert. Mein Vater ist ein Beispiel dafür: unschuldiger Mensch, dem Versuch der Verformung ausgesetzt - aber kein Unmensch geworden. Im Gegenteil: Einen innerlich unabhängigeren und einen grosszügigeren Menschen als ihn kenne ich nicht.

Das Leben lässt sich nicht unterdrücken, nicht dauerhaft; und legt man es auch noch so perfektionistisch darauf an.

Konstantin Wecker: gutes Benehmen

geschrieben von undeutsch | 27 Mai, 2007

Zwei Menschen sind mir seit Langem Vorbild geblieben: Konstantin Wecker und Henning Köhler. Von Wecker liegen jetzt autobiografische Betrachtungen vor: "Die Kunst des Scheiterns". Darin findet sich auch ein Kapitel über Erziehung und über - "brave Kinder":

"Sicher, manchmal haben meine Frau und ich schon neidisch zum Nachbartisch geschielt, wenn da Kinder sassen, die keine Salzfässer ausschütteten, keine Löcher in den Tisch ritzten, nicht dauernd aufsprangen, um den Bruder zu ärgern, nicht die Nudeln über den ganzen Tisch verstreuten."

Das kenne ich; nur zu gut.

Da tut es gut, dass ein wohl begründetes Aber folgt: Brav und ruhig am Tisch sitzende Kinder sind ein Widerspruch in sich.

"Gerade der übermässige Wert, der auf gutes Benehmen gelegt wird, vermittelt dem Kind, dass Verhalten wichtiger ist als Sein. Ein folgenschwerer Irrtum, der zwar angepasste Bürger hervorbringt, aber fremdbestimmte Menschen."

Ersparen Sie mir, den an dieser Stelle unumgänglichen Exkurs über "Grenzen". Dazu vielleicht ein andermal mehr. Oder weiter unten.

Lassen wir die Kinder an dieser Stelle einfach einmal Kinder sein: wild und ungebändigt. Danke.

Konstantin Wecker: Schattenseiten

geschrieben von undeutsch | 27 Mai, 2007

Auch auf seine Drogen"karriere" kommt Konstantin Wecker (wieder) zu sprechen in seinem neuen Buch ("Die Kunst des Scheiterns"):

"Hier spricht kein Geläuterter, wie man mir manchmal unterstellen wollte. Ich bin nach wie vor gefährdet, nicht gefeit vor Rückfällen, bin wie so viele andere oft immer noch verstrickt in Sehnsüchte nach diesen Augenblicken, da man die Ewigkeit zu fassen glaubt. Und immer noch herzlich denen verbunden, die es nicht geschafft haben, die am Boden liegen, ausgezählt, abgeschoben, vergessen. Und ich möchte nicht eintauchen in die Abgründe und Schattenseiten all der braven unantastbaren Bürger, die sich erregen über die Schwäche der anderen, ich möchte nicht dabei sein, wenn sie die Haustüre zugeschlagen haben und ihr wahres Gesicht zeigen. Es ist schon schlimm genug, den eigenen Lügen unter die Augen zu treten."

Wie gesagt: ein Buch über Nacktkultur...!!

Menschenwürde

geschrieben von undeutsch | 22 Mai, 2007

Der Fall der neunjährigen schwer behinderten Ashley, die von ihren Eltern im Körper einer Fünfjährigen "eingeschlossen" worden ist, macht eines deutlich: Menschenwürde ist nicht wägbar (siehe "Zum eigenen Wohl verkrüppelt").

Was ich meine: Es gibt eine ganze Reihe rationaler Argumente, die für das Verhalten der Eltern sprechen; Ashleys Ärzte haben sie angeführt, der 40-köpfige Ethikrat, die Eltern selbst. Es sind gewichtige Argumente, die es "sinnvoll" erscheinen lassen, Ashleys weiteres Wachstum zu unterbinden - um ihr Leid zu ersparen, um sie besser pflegen zu können, nicht in fremde Hände geben zu müssen. Angeblich dient der Eingriff sogar ihrer Gesundheit.

Falsch ist er trotzdem; oder eben: nicht falsch - unmenschlich; noch besser vielleicht: menschenunwürdig. Darum geht es: um die Menschenwürde auch eines noch so "behinderten" Lebens. Ashley ist das zu allererst: ein Mensch - so wie sie ist. Wir haben kein Recht, in ihr zuvorderst die Patientin zu sehen oder die Tochter oder was auch immer - sondern sie: Ashley, die auf diese Welt gekommen ist, um IHR Leben zu leben.

Rational lässt sich das nicht begründen. Das muss man spüren - oder nicht. Der "Ethikrat" hat es offensichtlich übersehen, so wie die Ärzte; und die Eltern.

Hoffen wir, dass Ashley das Beste daraus macht. Für sich.

Zum eigenen Wohl verkrüppelt

geschrieben von undeutsch | 21 Mai, 2007

Ich habe es erst jetzt in insieme gelesen: In Seattle, USA, haben Eltern ihr geistig stark behindertes Kind im Alter von fünf Jahren so stark verstümmelt, dass es nicht mehr weiter wächst - damit die inzwischen neunjährige Ashley für immer klein, handlich und pflegeleicht bleibt. Die Eltern wollten so sicher stellen, dass sie ihre Tochter nie in fremde Hände geben müssen, wenn sie mit ihrer Pflege überfordert wären.

Sie haben ihrer Tochter die Gebärmutter und die Brüste entfernen und mit hohen Dosen Östrogen behandeln lassen. Damit bleibt sie für immer 1,30 klein und 30 Kilo leicht. Ein 40-köpfiger Ethikrat hatte das Vorgehen abgesegnet, es erhöhe unter dem Strich die Lebensqualität der Patientin.

So viel zum Thema "Wir wissen (besser) was gut für dich ist"...

Lösung-sorientierte Therapie

geschrieben von undeutsch | 10 Mai, 2007

In einem Interview mit Insoo Kim Berg in "Wunderantwort" findet sich eine wunderbare Antwort, die sich alle LehrerInnen, SozialpädagogInnen, TherapeutInnen gut hinter die Ohren schreiben sollten.

Frage: "In deiner Arbeit scheint die therapeutische Beziehung sehr wichtig zu sein?"

Insoo Kim Berg: "Für was ist die Beziehung? Es ist, um deine Arbeit besser zu erledigen. Du bist nicht bezahlt dafür, um jemanden an dich zu binden."

*

Eine Seite weiter gibt Dr. Gunther Schmidt ein schönes Beispiel für lösungsorientiertes Arbeiten. Es geht um ein Mädchen, das als "unkonzentriert" gilt und sich - folglich - auch selbst so erlebt. Schmidt: "Wir werten positiv um, was sie bisher Problem genannt hat und versuchen das Ziel umzudifferenzieren. Ihre Einzigartigkeit, Lebendigkeit soll nicht weggemacht werden, sondern wir wollen ihre Wahlmöglichkeiten erhöhen!"

Wann ist Lena konzentriert, wann ist sie "unkonzentriert", fragt Schmidt. Wenn etwas Spannendes gelernt wird, ist sie sogar sehr konzentriert. "Unkonzentriert" ist sie nur, wenn es langweilig ist. Dann schweifen Lenas Gedanken ab. Aber selbst dann ist sie nicht "unkonzentriert" - sondern auf etwas anderes konzentriert! Der Aspekt "unkonzentriert" löst sich auf, der bisherige negative Focus verschwindet - und macht Neuem Raum: dem Thema Balance zwischen Aktivität und Ruhe.

(Näheres in "Wunderantwort" Nr.6, www.wunderantwort.ch)

Kinder als Fortbildung

geschrieben von undeutsch | 27 Apr, 2007

Die Meldung ist schon älter und nur aus zweiter Hand; wichtig ist sie trotzdem. 20min zitierte einen Cash-Bericht über eine Studie der Clark University (USA):

Manager mit Kindern seien die besseren Führungskräfte. Sie schätzten die Fähigkeiten anderer Mitarbeiter besser ein, seien stressresistenter und geduldiger, gingen besser mit Konflikten um und könnten Kompromisse eingehen.

Eigentlich logisch. Kinder sind kein Klotz am Bein - sie sind eine Herausforderung, eine ganzheitliche. Sie ersetzen so manches Fortbildungs- und eben auch Führungs-Seminar. Sie sollten ein Wettbewerbsvorteil sein auf dem Arbeitsmarkt - auch für Frauen übrigens!

Neuer Trend: ungeschminkt

geschrieben von undeutsch | 17 Apr, 2007

Wirbel um Kate Moss: Sie wagt es, "ungepflegt" (Daily Mail), ja "verwittert" (FMH-Chefredakteur Chris Bell) unter die Leute zu gehen - ungeschminkt einfach. Ist sie unglücklich? Passt Sie sich ihrem Partner Pete Doherty an?

"Vielleicht hat sie", schreibt Bettina Weber in der Sonntagszeitung, auch "einfach keine Lust mehr auf das ganze Prozedere. Vielleicht stören sie ihre Fältchen kein bisschen. Vielleicht findet sie Make-Up-Verzicht cool. Und läutet damit einen neuen Trend ein. Nämlich den der Natürlichkeit. Frauen sollten sie dafür lieben."

Nicht nur Frauen. Alle, denen Menschen lieber sind, als aufgestylte Püppchen.

Selten", meint Bettina Weber, "war ein Trend emanzipierter. Und günstiger." Und die Zeit, die frau sich morgens spare, könne sie in Schlaf investieren. "Was sich wiederum positiv auf den ungeschminkten Teint auswirkt." - Die einzigen, die davon nicht profitieren sind die Bosse (und Bossinnen) der "Schönheits"-Industrie. Um sie ist es nicht schade.

Also: Weiter so, Kate Moss! Nur nicht unterkriegen lassen.

Feminismus

geschrieben von undeutsch | 15 Apr, 2007

Julia Onken in der "Sonntagszeitung":

"Die moderne Frau geht selbstverständlich davon aus, dass ihr die gleichen Rechte zustehen wie einem Mann. Sie kämpft nicht, sie beansprucht. Sie klagt nicht an, sie holt sich ihren Teil. Sie sieht sich nicht als Opfer, sie erlebt sich als Handelnde."

"Der neue Feminismus richtet sich nicht gegen den Mann, sondern will mit ihm partnerschaftlich die Welt gestalten. Er klagt Männer nicht an, sondern verhandelt mit ihnen. Der neue Feminismus verabschiedet sich vom Täter-Opfer-Gedanken; Frauen übernehmen Selbstverantwortung und Männer ebenfalls. Fakten werden benannt, aber nicht bejammert. Die Triebfeder ist nicht Kränkung, sondern das Bewusstsein, dass Frauen die gleichen Rechte zustehen wie Männern."

"Denn es gibt trotz allem noch immer viel zu tun. Vor allem im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Für Frauen wie für Männer.

Schule als Belohnung

geschrieben von undeutsch | 12 Apr, 2007

Heute in 10vor10:

Im Jugendheim "Platanenhof" in Oberuzwil im Kanton St. Gallen müssen sich die eingewiesenen Jugendlichen die Schule verdienen. Zeigen sie sich nicht schulfähig, arbeiten sie in der Werkstatt; zeigen sie sich nicht werkstattfähig, arbeiten sie draussen, bei Regen, Schnee, Kälte oder Bruthitze: jäten Unkraut, schaufeln Schnee oder was sonst so anfällt in der Umgebung.

Ein kluges Konzept. Denn was vielen nicht (mehr) klar ist: Schule ist - ein Privileg. Nicht nur im Platanenhof.

Krasses Missverhältnis

geschrieben von undeutsch | 12 Apr, 2007

Aus der NZZ vom Mittwoch:

"Laut dem letzten Weltgesundheitsbericht der WHO aus dem Jahr 2003 geht ein Drittel aller Lebensjahre, die Menschen weltweit als Kranke verbringen, auf das Konto psychischer Störungen. Gleichzeitig werden jedoch nur zwei Prozent der Gesundheitsbudgets zu ihrer Behandlung eingesetzt."

Wahre Schönheit

geschrieben von undeutsch | 6 Mär, 2007

Die Kamera lügt nicht? Weit gefehlt - wie die "Kampagne für wahre Schönheit" von Dove zeigt. Beispiele gefällig? Guckst du hier:

http://www.doveworld.ch/ch_de/ch_de/index.html - und klickst "Initiative für wahre Schönheit" an.

Schaut euch zuerst den Kurzfilm "Body Talk" an, dann "Evolution" - und dann sie Werbe- und Modewelt mit ganz neuen Augen...

Wenn ihr dann wieder einmal in den Spiegel schaut: Auch das ist ein Model - im Urzustand.

Freigeben

geschrieben von undeutsch | 2 Mär, 2007

Ich werde bei Vorträgen und Kurzworkshops immer wieder gefragt, was wir denn um Himmels Willen TUN könnten in dieser oder jener Situation, mit diesem oder jenem (durchgeknallten) Teenager. Meine Antwort ist immer die gleiche: darauf vertrauen, dass es gut kommt - und uns klar machen, dass "gut" ganz anders aussehen kann, als wir uns das vorstellen. (Vergleiche: www.PubertaetVerstehen.ch).

Natürlich kann - und muss - man mehr tun, als abwarten, Tee trinken und beten. Aber das Wesentliche ist doch dieses Grund-Vertrauen.

Ich habe in "Info3" (www.info3.de) in einem völlig anderen Zusammenhang den gleichen Gedanken gefunden, schön poetisch formuliert von Astrid Wörn:

"Im Freigeben des anderen liegen Schmerz und Heilung zusammen. Abgeben, freigeben, den guten Mächten übergeben, dass sie meine Lieben schützen und behüten auf ihrem Schicksalsweg, auch wenn ich nicht weiss, wohin er führt."

Gemeinsames Sorgerecht

geschrieben von undeutsch | 28 Feb, 2007

Gegen das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall sagt SP-Nationalrätin Jacquelin Fehr: "Wieso soll ausgerechnet nach der Scheidung klappen, was schon vorher nicht funktioniert hat, nämlich die Alltagsfragen gemeinsam zu regeln?"

Einen Ausweg weist eine Nationalfondsstudie: Der betreuende Elternteil soll in Alltagsfragen allein entscheiden dürfen. Nur in gewichtigen Angelegenheiten (z.B.Wegzug ins Ausland, Ausbildung, schwerer medizinischer Eingriff) müssen Vater und Mutter zustimmen.

Für diesen Fall könnte obendrein eine gerichtlich verankerte Mediation eingeführt werden. (Quelle: wireltern)

De facto pendeln Kinder nach Scheidungen häufig zwischen zwei Welten. Wenn die eng aufeinander abgestimmt sind - oder sich klar unterscheiden, haben Kinder relativ wenige Probleme damit. Beide Eltern betreuen, meist die Mutter mehr, der Vater weniger. Was gelten müsste: Der jeweils gerade betreuende Elternteil entscheidet in Alltagsfragen alleine - in seinem Bereich, der andere regiert nicht hinein. Und über Grundsatzfragen einigen sich beide mit Hilfe eines Mediators/einer Mediatorin - auf den/die sie sich bereits im Scheidungsvertrag/urteil geeinigt haben.

So könnte es gehen.

Dilemma

geschrieben von undeutsch | 27 Feb, 2007

Auf ein schier unlösbares Dilemma weist Patrick Lienert in seiner Kolumne in wireltern hin: Wenn Männer als "aufgeklärte mitteleuropäische Gutmenschen" sich "selbstredend an der Brutaufzucht voll" beteiligen - verlieren sie ihren Sex-Appeal; gerade auch für die Frauen, mit denen sie jetzt Brutaufzucht betreiben:

"Wir wurden von ihnen einst als potenzieller Mondflieger, Jahrhundert-Künstler, Kriegsheld, Jungunternehmer oder zumindest als Bürohengst wahrgenommen. Nicht als passabler Windelwechsler. Und weil wir Männer uns erstmals in der Geschichte in diesem Ausmass aufs glatte Terrain der Kinderaufzucht begeben, offenbaren wir erstmals auch so viele Schwächen. So viele kleinere und grössere Gelegenheiten, den weiblichen Unmut auf uns zu ziehen, hatten wir noch nie. Irgendetwas machen wir immer falsch."

Kenne ich.

Was hilft? Immer ein bisschen Astronaut bleiben, Lebenskünstler und Manager. Und auch die Frauen werden, bleiben lassen, was sie wollen. "Heldenhaft leben" also - siehe dort!

Heldenhaft leben

geschrieben von undeutsch | 26 Feb, 2007

"Follow your bliss", sagt Joseph Campbell. Walter Seyffer übersetzt es in "Info3" mit: "Folge deiner Bestimmung". Campbell sei "überzeugt davon, dass nur der Mensch, der seiner inneren Stimme folgt, also dem, was ihn erfüllt, ein selbstbestimmtes Leben leben kann und dass nur so ihm auch Hilfe und Geleit in allen Lebenslagen zukommt. Der, der ein selbstbestimmtes Leben führt, führt auch immer ein heldenhaftes. Heldenhaft leben heisst, den eigenen, vielleicht meist unbewussten Aufgaben, die man sich für sein Leben gestellt hat, entgegenzuleben. Auf eine Stimme zu hören, die leise, tief aus unserem Innern spricht, die sich aber dennoch lautstark in Neurosen und Psychosen Gehör verschafft, wenn man sie ignorieren sollte."

In meinem Bad hängt eine Postkarte; auf der steht: "Es gibt nur einen richtigen Weg - deinen eigenen."

Kreisen des Energiezentrums zwischen den Beinen

geschrieben von undeutsch | 25 Feb, 2007

Psychotherapeutisch (zumindest auch) beim Körper anzusetzen, beim untersten Chakra, fordert Ursa Paul, Begründerin des "Heilhauses" in Kassel. In einem Interview mit "Info3" sagt sie:

"Wenn ein Mensch nicht in die Wahrnehmung der Kraft kommt, die aus der Erde in seinen Körper aufsteigt, nimmt er erst einmal nur das Nervensystem als Möglichkeit der Wahrnehmung und Erfahrung. Das Nervensystem kann uns jedoch nicht wirklich zum Spüren bringen. Es wird also immer - jetzt psychotherapeutisch gesprochen - eine Art Spaltung passieren. (...) Es entsteht erst dann eine innere Sicherheit, wenn Menschen lernen zu spüren, dass sie wirklich energetische Wesen sind, wenn sie lernen, hier auf der Erde ihren Wahrnehmungen zu vertrauen, sie körperlich wie geistig zu entdecken: um ihr Leben zu gestalten, um lebendig zu sein, um mehr Kraft zu haben!"

"Auf diese Weise kann jeder Mensch spüren und wahrnehmen lernen, dass die Kraft, die aus der Erde aufsteigt, sich im ersten Chakra zu bewegen beginnt. Hier erzeugt sie eine drehende Bewegung, die sich schlängelnd nach oben fortsetzt. Und die Arbeit am ersten Chakra ist für mich deshalb so notwendig, damit die Menschen merken: Es gibt sie wirklich, diese Kraft."

 (weiter)

Jugendgewalt

geschrieben von undeutsch | 6 Feb, 2007

"Justizminister Christoph Blocher nimmt sich der Jugendgewalt an. So sollen die Eltern gewalttätiger Schüler vermehrt zur Rechenschaft gezogen werden." (20min von gestern)

Was liegt Gewalt zugrunde? Wut, Verzweifung, Ausweglosigkeit. Die grosse Frage der Pubertät: "Wer bin ich? Was will ich in dieser Welt? Wo ist mein Platz, meine Aufgabe?" findet heute immer schwerer eine Antwort. Hintergrund sind gesellschaftliche Entwicklungen, die keineswegs die Eltern allein zu verantworten haben.

Stichworte: Strassen statt Spiel-Räume, fernsehen statt Märchen, Mc Donald's statt selbst gebackener Erdbeerkuchen; und wo gibt es noch Bäume zum Klettern? - Kommerzialisierung der Kindheit. Folge eins: Bewegungsarmut, unausgereiftes Körpergefühl, Mangel an sinnlichen Erfahrungen. Die Basis gesunden Selbstvertrauens ist brüchig oder fehlt schlicht und einfach.

Lehrpläne, Notendruck, Selektionsmechanismen, Kopffutter statt Kreativität, soziales Miteinander, Freiraum für das eigene Tempo, die eigenen Interessen, Fragen, Experimente - Lernfabriken statt Erfahrungsräume. Folge zwei: Die unbefangene Neugier, die Lern-Lust erlahmt, vertrocknet, erstickt. Funktionalität verdrängt den Glauben an die eigene Kraft. Was seelisch leben wollte, wird bandagiert und zurückgestutzt - auf Normmass getrimmt, bis es hoffnungslos verkümmert ist.

"Fit" gemacht für den "Arbeitsmarkt" - der Blick ins Leere: Du hast heute nicht einmal mehr die Chance, dich zu beweisen. Sie wollen dich nicht einmal sehen. Papiere musst du schicken; und wie schön du sie auch gestaltest - über dich sagen sie nichts aus, deine Person dringt nicht durch, bleibt an der Maske kleben. "Leider nein!" Folge drei: siehe oben.

Eine Gesellschaft beraubt sich selbst ihrer Zukunft, systematisch. Und wundert sich, wenn das nicht gewaltlos vonstatten geht.

Und dafür sollen jetzt "die Eltern" ihren Kopf hinhalten? Die, die wenigstens noch versuchen, etwas für die Zukunft zu tun; die, die trotz immer widrigerer Umstände immer noch Kinder in diese Welt setzen und zu erziehen versuchen?

Kein Wunder, dass immer weniger dazu bereit sind.

"Nicht beseitigen" - Zitat 3

geschrieben von undeutsch | 21 Jan, 2007

Aus "erleben & lernen":

"Die Pädagogik soll die Hindernisse nicht beseitigen, sondern nur überwindlich machen".

Kurt Hahn

Eine Variante von "hilf mir, es selbst zu tun" (Maria Montessori), aus einem etwas anderen Blickwinkel: Nehmt uns nichts ab, was wir selbst tun können - helft uns, dass wir es können.

Tantra

geschrieben von undeutsch | 16 Jan, 2007

Trägt Tantra zu einer friedlicheren Welt bei? Möglicherweise.

Das im Westen entwickelte Neo-Tantra hat, so wie ich es verstehe, viel damit zu tun, die sinnliche Erlebnisfähigkeit des Menschen zu steigern bzw. ihn aus dem Gefängnis seiner erlebnisbeschränkenden Vorstellungswelt zu führen.

Zunächst einmal erscheint mir Tantra als vollkommen moralfrei, in einem guten Sinne: Es gibt keine beschränkenden Soll-Vorstellungen, du bist als Mensch aufgerufen, bis an deine Grenzen zu gehen - und darüber hinaus. Das Instrument sind die Sinne, ist der Körper, ist das körpervermittelte sinnliche Erleben. Der "Treibstoff" ist die Lust, immer weiter zu gehen.

So hat Tantra etwas Entgrenzendes, Befreiendes. Wenn wir uns darauf einlassen, konfrontiert es uns mit uns selbst: unseren Tabus, Ängsten, Vorstellungen und unserer "Moral" - mit dem gesamten Korsett, das uns zu "guten", aber auch angepassten Menschen macht, zu Menschen, die einen Teil von sich verstecken, verleugnen, unterdrücken.

Es hilft uns, das Korsett zu sprengen. Behutsam begleitet, ist das ganz gewiss ein Beitrag zu mehr Zu-frieden-heit, letztlich.

"Sekten"

geschrieben von undeutsch | 15 Jan, 2007

In dem bereits erwähnten (schriftlichen) Gespräch in den Kommentaren zu meinem Beitrag "Erektionen", verweist Albert immer wieder auf Seiten, die das ZEGG (www.zegg.de) oder Tamera (www.tamera.org) als "Psychosekten" "entlarven".

Ich habe die Links stehen gelassen, weil sich jeder selbst ein Bild machen soll - ergänze sie nur um die Links der "Sekten" selbst. Mir ist der Sekten-Vorwurf im Laufe meines Lebens mehrfach begegnet, meist - wie sich mir bei näherem Betrachten erschlossen hat - völlig zu unrecht.

Damit will ich nicht sagen, dass es keine Sekten gibt oder sektiererische Tendenzen ganz allgemein. Oh doch, die gibt es, zuhauf. Aber nicht alles, worauf mit der "Sektenkeule" eingedroschen wird, ist auch eine.

Im Gegenteil: Für mich hat das oft SEHR beschränkte Weltbild vieler selbst ernannter "Sektenjäger" und "Aufklärer" selbst sektiererischen Charakter. Für sie gilt nur, was rational nachvollziehbar ist - alles, was ausserhalb ihres begrenzen Horizontes liegt, ist ihnen suspekt. Sie reduzieren die Wirklichkeit auf das, was sie wahrnehmen und verstehen können - und wollen auch anderen verbieten, diese allzu engen Grenzen des Verstandes zu sprengen.

Nein: Um beurteilen zu können, ob etwas sektiererisch ist oder nicht, ob es zu mir, meinem Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Wollen passt, mir passt - muss ich mir schon die Mühe machen, selber hinzusehen. Und das heisst immer auch: Mich mit den Menschen auseinandersetzen, die den Ort, die Institution, Gruppe prägen. Aus der Ferne geht das schlecht.

Was ist Kunst?

geschrieben von undeutsch | 12 Jan, 2007

Sind Magersüchtige, die sich selbst "ausstellen" Kunst? Die Frage bewegt gerade die Schweiz, nachdem die holländischen Zwillinge Liesbeth und Angelique Raeven (35) heute Abend ihren "ästhetischen Terrorismus" in der Zürcher Galerie Haas&Fischer präsentieren: sich selbst.

"Man muss Grenzen sprengen, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen. Kunst hat diese Aufgabe", meint der Galerist. Und die "Künstlerinnen" kontern den Vorwurf, ihr Tun könnte zum Nachahmen anregen: "Promis wie Victoria Beckham sind viel gefährlicher, da sie ebenfalls viel zu mager sind, aber noch sexy aussehen. Wir hingegen schauen in unseren Performances richtig krank aus."

Was ist Kunst? Kurz gesagt: Ein Prozess, der sichtbar macht, was zuvor verborgen war - aber längst in den Dingen lag. Der Künstler "befreit" das verborgene Wesen einer Sache in die Wahrnehmbarkeit. Oder so ähnlich.

"Schöner Schein" alleine ist keine Kunst - sondern Kitsch. Wahre Kunst provoziert ein Bild im Betrachter, ein Nach-Bild, heute oft auch ein Gegen-Bild. So hat z.B. Beuys gearbeitet.

Provozieren die magersüchtigen Performance-"Künstlerinnen" ein Bild im Betrachter, eines, das sichtbar macht, Wesentliches enthüllt? Das lässt sich vom Schreibtisch aus schlecht beurteilen. Möglich ist es jedenfalls. Man muss hingehen, um die Frage beantworten zu können. Auch wenn - ja vielleicht gerade weil - es einem nicht gefällt.

Placebo-Effekte

geschrieben von undeutsch | 6 Jan, 2007

Immer mehr Menschen vertrauen alternativen Heilmethoden. Weil sie Angst haben vor der invasiven Macht und Überheblichkeit der Schulmedizin - und weil sie die alternativen Methoden als wirksam erleben. Die Schulmedizin schlägt zurück, weil sie ihre Felle davonschwimmen sieht und von ihrer einseitigen, reduktionistischen Warte aus nichts Gutes finden kann an alternativen Heilmethoden. Dabei weiss sie "die Wissenschaft" meist auf ihrer Seite.

Dem gehen nun auch "alternative" Tester auf den Leim. Eine "unabhängige" Studie des "Öko-Test"-Magazins zeigt, dass die Wirksamkeit der Echinacea-Präparate der Firma "Bioforce" auf Placebo-Effekten beruhen.

Damit tut die Studie zweierlei: Sie bestätigt die Wirksamkeit der Präparate - ja, das tut sie! -, wertet sie aber als "pure Einbildung" ab. Darüber liesse sich trefflich streiten. Mir genügt, dass die Präparate wirken. Weshalb, ist mir egal. Darum sollen sich "die Wissenschaftler" streiten. Ich bin froh, gesund zu bleiben. Auch dank "Echinaforce".

Bildung als Anti-Terror-Programm

geschrieben von undeutsch | 6 Jan, 2007

"Bildung für alle ist heutzutage nicht nur aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, sondern auch aus strategischen", schreibt der Britische Schatzkanzler Gordon Brown und fordert ein Milliardenprogramm für weltweite Schulbildung: Die reichen Nationen müssten innert zehn Jahren dafür sorgen, dass jedes Kind auf der Welt zur Schule gehen könne.

Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit haben einen Nährboden - genauso wie Angst, Aggression und Terror. Schulen, die Kindern eine Kindheit garantieren, ihnen helfen, sich und die Welt, in der sie leben, besser zu verstehen, ihre eigenen Potenziale zu erfahren und zu erleben, dass sie sich mit etwas Krativität auch entfalten lassen - solche Schulen wären in der Tat das beste Anti-Terror-Programm. In der "weiten Welt" genauso wie bei uns.

Erektionen

geschrieben von undeutsch | 6 Jan, 2007

Als ich vor Jahren mit einer freiwilligen Gruppe meiner damaligen Klasse einen Besuch des grössten Schweizer Naturisten-Geländes vorbereitet habe, hatten die Jungs vor allem eine Sorge: dass sie dort einen Steifen bekommen könnten. Die Angst vor der Erektion begleitet Jungen, sobald sie sich ihrer Erektionen, der Reaktionen anderer darauf und spätestens schliesslich deren (sexueller) Bedeutung bewusst werden.

Später tritt die Angst um die Erektion hinzu: Die Sorge darum, er könnte seinen Mann nicht stehen, wenn eine Frau morgens bereit und willig unter die Bettdecke schlüpft; die Sorge, er könnte seinen Dienst quittieren, mitten im Liebesspiel, abtauen und wirkungslos werden.

Das (scheinbare) Eigenleben des kleinen Mannes stresst den grossen, von Anfang an - und ohne Ende?

Vielleicht hat die Angst um die Erektion mehr mit der Angst vor der Erektion zu tun, als wir gemeinhin denken. In beiden Fällen müssen, möchten wir natürliche Reaktionen unterdrücken, kontrollieren, was sich vielleicht gerade dadurch immer weniger kontrollieren lässt. Liessen wir die Erektionen zu - in der Sauna, im Schwimmbad, beim Einkaufen, müssten wir uns vielleicht später weniger um sie sorgen.

Sabine Lichtenfels (www.sabine-lichtenfels.de) hat sinngemäss einmal gesagt: Wenn ein Mann beim Anblick einer Frau eine Erektion bekommt - warum stört uns das? Ist es nicht in Wahrheit ein Kompliment? - Zumindest Ausdruck der Lebenskraft in uns, die wir nicht zu unterdrücken trachten sollten.